Sustainable Finance – Mit grünen Investments in die Zukunft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachhaltige Investments liegen am Puls der Zeit. Doch wann ist ein Investment tatsächlich nachhaltig? Mit der Taxonomie-Verordnung (Verordnung (EU) 2020/852) hat der europäische Gesetzgeber diese Frage beantwortet und de facto ein europaweites “Nachhaltigkeits-Gütesiegel” erarbeitet.

Von Greta Thunberg bis Arnold Schwarzenegger – Sie alle haben gezeigt, dass Umweltschutz die Menschen bewegt. Diese Bewegung hat auch die Finanzwelt erfasst, denn Anleger streben immer öfter danach, ihr Geld nachhaltig anzulegen. Darauf hat der europäische Gesetzgeber reagiert: Unter dem Stichwort “Sustainable Finance” verfolgt die EU das Ziel, das Finanzwesen im Sinne eines nachhaltigen Finanzsystems umzugestalten.

Mit der Taxonomie-Verordnung ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer klimaneutralen Union gesetzt. Sie legt nun einheitlich fest, was ökologische Nachhaltigkeit bedeutet. Dem “Green Washing” – also dem Vorgeben, nachhaltiger zu sein als man tatsächlich ist – wurde dadurch ein Riegel vorgeschoben. Die Verordnung zielt nicht darauf ab, abschließend zu beurteilen, welche Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig zu qualifizieren sind. Vielmehr enthält sie Kriterien, anhand derer die Nachhaltigkeit gemessen werden kann. Eine nachhaltige Investition liegt nun dann vor, wenn sie entscheidend dazu beiträgt, dass eines oder mehrere der näher definierten Umweltziele verwirklicht wird. Die Tätigkeit darf hierbei keines der anderen Umweltziele erheblich beeinträchtigen und muss internationale sozial- und arbeitsrechtliche Mindeststandards einhalten. Bis dato gängige Nachhaltigkeitsstandards werden durch die Taxonomie-Verordnung voraussichtlich an Bedeutung verlieren

Dennoch verbleiben einige Unklarheiten: So hat die Nuklearenergie nach einem politischen Tauziehen keine Erwähnung in der Taxonomie-Verordnung gefunden. Ob sie nachhaltig ist oder nicht, bleibt daher wohl dem Ermessensspielraum der Mitgliedstaaten vorbehalten. Bemerkenswert ist außerdem, dass die Verordnung keine unmittelbaren Strafbestimmungen enthält. Vielmehr obliegt es den Mitgliedstaaten, individuelle Maßnahmen zu deren Durchsetzung festzulegen, wovon auch das Strafmaß erfasst ist. “Green Washing” kann daher in den Mitgliedstaaten unterschiedlich teuer werden. Man darf somit gespannt sein, ob die EU den Weg in ein grünes Finanzsystem im Gleichschritt aufnimmt.

Haben Sie Fragen? Das BTP-Expertenteam berät Sie gerne im Zusammenhang mit bank-, börse- und kapitalmarktrechtlichen Fragen.