Fondsinitiativen in Österreich und der EU – erneuter Ruf nach nationalem Venture Capital-Dachfonds

Der europäische Risikokapitalmarkt schnitt zuletzt im internationalen Vergleich mittelmäßig ab. Das durchschnittliche Risikokapitalfonds-Volumen ist in den USA mit rd EUR 156 Mio dreimal so groß wie in der EU. Die Anzahl der europäischen Start-Ups mit “Unicorn-Status” ist bis 2017 mit rund 26 im Vergleich zu China (56) und den USA (109) gering (Report Sciences, Research and Innovation Performance of the EU (2018).

Um Investitionen in innovative Start-Ups zu fördern, etablierte die EU vergangenes Jahr einen europaweiten Risikokapitaldachfonds “VentureEU“. Dadurch sollen Neuinvestitionen in Höhe von rd EUR 6,5 Mrd erzielt und das in Europa zur Verfügung stehende Risikokapital verdoppelt werden.

In Österreich plädierten Austrian Angel Investors Association (AAIA) und Austrian Private Equity and Venture Capital Organisation (AVCO) wiederholt für die Einrichtung eines österreichischen Risikokapital-Dachfonds, der sowohl privatwirtschaftlich als auch institutionell finanziert und teilweise staatlich besichert werden soll. Als Beispiel wird der in Dänemark errichtete Danish Growth Fund genannt, der seit 1992 über 7.300 dänische Start-Ups mit Kapital ausgestattet hat.

Die kürzlich abgesetzte Regierung arbeitete im Rahmen ihrer Start-Up Initiative an der Etablierung eines Digitalisierungs- und Wachstumsfonds; ein Risikokapital-Dachfonds im Sinne des VentureEU war vorerst nicht geplant. Die jüngsten innenpolitischen Ereignisse lassen Verzögerungen der Initiativen befürchten aber auch auf die Fortführung bzw den Ausbau der Maßnahmen hoffen.